Texte

Eine Auswahl meiner Texte aus den Jahren 2018 und 2019


SEXUALITÄT UND HERZ









Wir können uns nicht zerteilen
in Herz, Sex und Hirn,
so spricht`s aus unserem Herzen,
steht`s auf unserer Stirn,
bewegt`s unser ganzes Sein.
Wie unsere Körper sich
miteinander bewegen, erleben,
so energiereich, weit und fein,
kein Biegen, Brechen, Feilen,
einfach pures Verweilen,
miteinander, ineinander sein.

In feinen Rhythmen und Klängen,
Feiern sich Nichts und Sein,
unsere Körper sich immer weiter
öffnend, immer freier schöpfend,
feiernd das Wir aus dein und mein,
ohne du und ich in sich all-ein,
offen, weich, schenkend, tief,
wildgeil, zärtlich, intensiv.

Lustvolle Intensitäten
in vertrauten Intimitäten,
mit energetischen
Hammerphänomenen,
pure reine Lebensenergie
vibrierend, fließend ohne Ziel,
immer tiefer, intensiver,
immer schöner, wunderbarer,
für die Körper gibt`s kein Aber,
feine reine Ekstase,
keine schale Ego-Blase.

W
underbar und total nah,
einfach Körperweisheit
jenseits bloßer Geilheit,
Körper spricht Wahrheit
als Energie-Instrument,
welches was wahr ist kennt,
wenn das Denken
nicht bewertet und benennt
und die Lebensenergie
fließend ungelenkt,
ungehemmt und ohne Ziel
sich erlebt im freien Spiel.

So, was ist`s wenn die Sexualität
immer wundervoller wird,
und wir uns nicht teilen können?
Wenn aus dem Sein erlebt
und nicht aus dem Verstand,
das liegt auf der Hand,
wirklich erlaubend und frei,
dann ist das Herz mit dabei,
kann`s nicht anders sein.


GNADE DES SCHMERZES








Wenn du glaubst
Schmerz zerreißt dein Herz
in tausende Stücke,
beißt eine endlose wunde Lücke,
wenn rein nichts mehr in dir lacht,
tiefe Ohnmacht dich kalt packt,
wenn alles in dir zusammensackt,
kein Boden mehr zu tragen scheint,
im Toben wie zum Sterben bereit,
und sich dann, in diesem Leid,
plötzlich etwas in dir befreit
und pur, ohne eine Spur
von Abwehr nun bereit
der Schmerz sich so zeigt,
ohne Wollen, ohne Hoffen,
einfach hingegeben offen,
ist das ein kostbares Geschehen
und es sind mögliche Wehen
in die Geburt deines Selbst,
das kein Geborensein
und kein Sterben kennt.

Dein Herz zerbricht dabei nicht,
es zerbricht nur Schicht um Schicht,
Mauer um Mauer von Abwehr gegen
Schmerz und Angst und Trauer,
die es als scheinbare Begrenzungen gibt,
durch das was dich grenzenlos liebt,
einen Lichtstrahl durch die Qualen schiebt,
als Ahnung welche Gnade darin liegt.

In der Hingabe an dieses Trauerkleid,
die dich letztlich, von Abwehr befreit,
in die Liebe der Einheit treibt,
offen und bereit zu sehen,
du kannst ohne jedes Flehen,
ohne Ideen über Erlösung
Dinge nehmen wie sie erscheinen,
auch mit Schmerzen und Beweinen
und du bist nicht getrennt
von dem was erscheint,
weil du alles bist,
das Leben selbst.

In dieser Trauer liegt im Grunde
reine Gnade, jenseits von Dauer,
also zähle keine Stunde,
auch nicht Wochen oder Tage,
trage Ungeduld zu Grabe,
was du bist kennt keine Zeit
und ist in sich bereits befreit.
Der Schmerz dreht seine Runden,
es braucht für Gefühle und Wunden
keine Vorstellungen von Zeit
oder Vorstellungen von irgendwas,
sondern einfach dich, als DAS,
als das eine Leben Selbst,
als die Liebe die du bist,
die du endlos bist.


OFFENHEIT 









Diese wunderbare weiche Verletzlichkeit,
diese fließende freie Offenheit,
welche nicht nach Schutz und Härte schreit,
von Bedingungen und Richtungen befreit.
Diese nackte klare Offenheit,
welche zarte Stärke in sich trägt
und die sanfte Unzerstörbarkeit
eines selbst-bewussten Herzens zeigt.
So selbst-bewusst, so unverschämt nackt,
dass sie ohne Scham, Stolz und Angst,
ohne Angst vor tiefer Berührbarkeit
Hüllen und Masken fallen lässt,
Mauern und Schutzwälle niederstößt,
bis zum Kern aller Gefühle gelangt,
bis ins Herz aller Erfahrungen gelangt,
als das eine ungetrennte Leben,
an sich selbst ganz hingegeben,
ohne Grenzen vor sich selbst,
weil es All-EIN ist.
Staunend stille, herzweit weiche,
herzhaft lachende, tränenreiche
Dankbarkeit dies zu erleben.


DANKBARKEIT









Zutiefst geschafft und erschöpft
schien die Kraft ausgeschöpft,
der Körper erschlafft, das Denken geköpft,
entfacht wurde Ohnmacht
und alles war plötzlich gestoppt,
was gedacht, gebangt oder gehofft,
überkommen, völlig mitgenommen,
abgesoffen jede Hoffnung, jede Angst,
zerbrochen jeder Hauch von Widerstand,
kein Wille auch in der Stille,
kein Ziel, keine Zeit, zum Sterben bereit,
ja, der Körper kann gehen, darf sterben,
alles losgelassen und nichts zu fassen,
bis in jede große und kleine Zelle
floss eine bloße reine Hingabe-Welle,
öffnete sich dabei feine Wonne,
schöpfte sich ekstatisches Sein
jenseits von Schatten, Licht und Schein,
jenseits von kraftvoll und schwach,
einfach seiend, befreiend und wach,
erfüllt und zugleich leer,
beglückt und leicht, nicht schwer,
bin alles, nichts und nirgendwer,
war und bin der Körper niemals mehr
und doch zugleich körperlich sehr.
Und tief aus dem Sein gelacht
stieg Liebe empor und Dankbarkeit
für die Ohnmacht als Tor.


WELCHER WERT









Welcher Wert du bist,
was du wirklich bist,
ist unversehrt,
vollkommen und ganz,
es gibt nichts
was sich daran misst,
weil es einzig ist,
als das Eine in der Vielfalt,
in einzigartiger
menschlicher Gestalt.

Du bist einfach da,
ganz und gar, menschlich
und göttlich zugleich,
das ist wunderbar,
einfach wie es ist,
es braucht kein
Verbessern und Vergleichen,
du kannst dich auch
nicht erreichen,
weil du es bereits bist.

Dein Herz kennt
deinen wirklichen Wert,
nicht die Grenzen
des bewertenden Denkens,
nichts ist fehlend
oder verkehrt an dir,
wertschätze dich
mit allem hier,
deine Ganzheit kennt
keinen Fehler oder Mangel,
weil sie einfach alles ist,
weil du allumfassend bist,
und als Mensch
genau so gemeint,
wie es durch dich erscheint.


ERINNERE DICH






Wenn du im Feuer tiefer Angst
bebend um dein Dasein bangst,
strebend nach Erlösung verlangst,
erinnere dich sanft,
du bist das göttliche Feuer selbst,
nicht der kleine lodernde Funke.
Das Urfeuer des ewigen Lebens.

Wenn du mit brennend offenem Herz,
mit tobend süßem Schmerz
im Feuer stiller Sehnsucht
nach dir selbst
endlich wieder
ganz zu dir gelangen willst
ganz nach Hause kommen willst,
erinnere dich sanft,
du hast dich niemals
auch nur einen kleinen Schritt,
nur einen zarten Augenblick
von dir selbst entfernt.
Weil du das Alles bist.
Das zeitlose raumlose Selbst.

Wenn Ausweglosigkeit dich einlädt,
dich gnadenvoll einfängt
lass dich sanft fallen
in ihre liebenden Arme,
ihren Urgrund
ihren Schmerz.
Eine letzte Welle Aufbäumen,
ein letztes vages Hoffen,
ein letztes Wollen.
Alles seinlassen,
aufgeben.
Du kannst dem was du bist
niemals entkommen.
Weil du das Alles bist.
Das Leben selbst.

BIST DU BEREIT 








Hältst du es aus, bist du bereit,
dein Geist still, dein Herz weit,
dich fallen zu lassen,
dich völlig einzulassen,
jenseits von Lieben und Hassen,
jenseits von Halt im Vertrauen
jedes Grauen anzuschauen,
völlig einzutauchen,
unendlich tief zu fühlen,
ohne Widerstand aufzubauen,
jenseits von Ja oder Nein
völlig allein, ohne Hilfe,
ohne Krücke, ohne Schutz,
allen Schmerz und Schmutz,
alle Leere, alle Not,
alles was du fürchtest,
Trauer, Vernichtung, Tod,
Verlassenheit, Einsamkeit,
Angst verrückt zu werden,
Angst vorm Sterben,
alles zu verlieren,
alles in Scherben.

Hältst du es aus, bist du bereit,
alles zu fühlen, zu erleben,
größten Schmerz, heftigstes Beben,
ohne an Hoffnungen zu kleben,
in radikaler Offenheit,
so intensiv, so tief, so weit,
dass es dich scheinbar zerreißt,
nicht mehr zu unterscheiden,
nicht mehr zu vermeiden,
dich aufzulösen und selber
Schmerz und Leere zu sein,
zu tauchen an den Grund
aller Angst und Verletzlichkeit,
aller Liebe und Unzerstörbarkeit,
allen Werdens und Vergehens,
in die Dunkelheit,
so still und weit, befreit
in deine Unzerbrechlichkeit,
du bist sie selbst,
von nichts getrennt
und Leben selbst,
das sich in allem erkennt.


ERWACHEN








Du hast dich im baumreichen Wald
unendlich unsterblich verknallt.
Unter einem einzelnen Baum
sahst du der Trennung Traum,
erkanntest dich als unendlich,
als einzig, unsterblich.
Als die eine reiche Fülle
in purer bloßer Liebe.

Zuvor bäumtest du dich
noch wieder einmal auf,
dann gabst du endlich auf,
entblättertest dich, warst hüllenlos,
ließest alles fallen, ließest alles los,
so wie Blätter und Äste fallen
zurück in der Erde Schoß.
So wie nach Sektkorkenknallen,
wenn der Druck zu groß
floss alles grenzenlos
und du warst selig versunken,
betrunken vom puren Sein.

Dann wurde sie dir entzogen,
die reiche unendliche Fülle,
es glätteten sich die seligen Wogen,
du wurdest zuerst aufs glatte Eis,
danach in die Wüste geschickt,
Verknalltheit und Liebe eingenickt.
Es folgten Entbehrung und Verzicht,
am Ende des Tunnels schien kein Licht.
In dunkler Nacht kam Ohnmacht,
Kapitulieren machte sich breit,
das Ende aller Getriebenheit.
Doch auch die Wüste lebte
und nach der Nacht und Öde
kamen Licht und Fülle
in Liebe zurück.

Das Nichts entliebte dich dann
jedes einseitigen Verknalltseins,
entledigte dich jeder Sicht
nur eine Seite
der Medaille zu schaun.
Erst dann fiel der reife Apfel
wirklich vom Baum.
Im Nichts verschwanden
Du, der Wald, der Baum,
die Einheit und die Liebe,
die Wüste und die Nacht,
nichts was dabei blieb.
Leerer inhaltloser Raum
erschien, war immer da.
Vor jeder Erfahrung,
vor Einheitserfahrung,
vor Satori, Samadhi, bliss
geschah Nicht-Sein, Film-Riss,
Erfahrender und Erfahrung
starben, verschwanden
in diesem zeitlosen Moment,
lösten sich auf ins Nichts.
Das Nichts vor jeder Fülle.
Es blieben die Stille,
die Einheit, die Liebe,
die weiterhin schwelgte
in der reichen Fülle
ihrer Selbst.

Die scheinbare Erhabenheit
der wunderbaren Ich-Losigkeit
die sich weit verbreitet eine zeitlang
nach dem Erwachen zeigt
ließest du dann in Liebe los,
hineingeworfen wieder schonungslos
in des Menschseins Schoß.
Das Leben fuhr auf mit
deutlichen Geschützen,
um eine Abgehobenheit
des erwachten Seins
nicht zu schützen.
Befreite von der Illusion
Leben und Mensch seien "frei",
sobald die Ich-Identifikation ist vorbei.
Wirkliches Ankommen
im einfachen Menschsein geschah,
auf dem Boden, auf der Erde
im menschlichen Stirb und Werde.


IMMER HIER







Plötzlich nichts mehr was dich hält,
kein Halt, es knallt, schlägt ein,
haut ganz gewaltig rein,
das Denken nichts mehr schnallt,
jedes Wissen ist jäh verloren,
du vermisst Orientierung und Boden,
worauf kannst du dich noch verlassen,
es gibt nichts mehr zu fassen,
endlose Fassungslosigkeit,
fallend in die formlose Wirklichkeit,
kein Halt mehr im Außen und Innen,
kein Entkommen, kein Entrinnen
in diesem Stoß ins Nichts, bodenlos.

Dies wirft dich ganz auf dich zurück
und nun erkennst du, welch ein Glück,
du bist einfach hier, immer schon,
als direktes Sein, in dem alles erscheint,
auch die zuvor geglaubte Illusion,
dass du einen Halt bräuchtest
in irgendwelchen Erscheinungen.
Du erkennst dass du leuchtest
und du dich nie verlassen kannst,
und was du bist ist nichts
was du verlierst oder erlangst.

Du bist einfach immer hier,
unermesslich und verlässlich
zeigt sich dir das "Ich bin"
und dein Zuhause liegt darin,
unbewegt ohne definierten Ort,
von dem du dich nie bewegtest fort,
bist du inmitten als Hier-Sein,
mit allem was darin, in dir erscheint.
Dein Hier-Sein das alles trägt und hält,
von Vorstellungen darüber unverstellt,
das Wunder deiner Existenz.


VON HERZ ZU HERZ









Was du bist, das bin auch ich,
was ich bin, das bist auch du,
Liebe spricht, Grenzen bricht,
sie zeigt den Mut, freie Sicht,
frische Echtheit tut so gut,
von Angesicht zu Angesicht,
vertraut und frei aus dem Moment,
der kein gehemmt und Fremdsein kennt,
im Herzen frei, so prickelnd fein,
einfach tief berührbar sein.

​​​​​​​Einfach echt und offen sein,
unmaskiert und ungeniert,
einfach SEIN, einfach wow,
bereit für echten Herzens-Flow,
sehr direkt und unbegrenzt,
Menschsein, Nähe, ganzheitlich,
Weite, herzlich, körperlich,
Verstandesgrenzen braucht es nicht,
Herz mag leben, sich ausdehnen,
sich frei sonnen im Erleben.


OHNE MASKEN







Du kannst alle Masken
bei mir fallen lassen,
dich bei mir ganz und gar,
im nahen Tanz ganz wunderbar
einfach pur erleben lassen,
einfach nur geschehen lassen,
dich schonungslos gehen lassen,
bodenlos Vertrauen fassen,
dich hüllenlos entkleiden
und grenzenlos nackt zeigen,
dich unendlich zärtlich
verführen lassen,
dein Inneres ganz tief
berühren lassen
in purer Schönheit
deiner Nacktheit
ohne Masken.

Du kannst dich mit mir
aufs Glatteis wagen,
von liebender Wärme
zärtlich getragen,
die alle Eisschichten
schmelzen lässt,
dich dennoch nicht
einbrechen lässt,
du kannst mit mir
bebende Eistänze erleben,
verwegen über das Eis fegen,
ohne dass es dabei bricht
und doch auch ohne eine Schicht
von Schutz zu brauchen,
ohne in das kalte dunkle
Wasser einzutauchen,
sondern in der Wärme Licht.
Diese Wärme trägt dich
und wärmt dich,
umschwärmt dich,
hüllenlos, grenzenlos
in purer Schönheit
deiner Nacktheit
ohne Masken.

In purer, reiner Schönheit
deiner, meiner Nacktheit
als zwei Formen unseres
einen ganzen Wesens,
das wir immer endlos sind,
das in seiner Schönheit sich
selbst berührt und wärmt,
sich trägt und umschwärmt,
bodenlos, schonungslos,
ganz und gar,
ganz wunderbar,
grenzenlos vertraut.


alle Texte (c) Nicola Richter

 f  r  e  i     s  e  i  n  
Transformation, Heilung, ganzheitliche Befreiungsarbeit